Die Kernforderungen unserer Volksinitiative sind:

 

1. Dass 1.000 Lehrerinnen und Lehrer und 400 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusätzlich zu den aktuellen Planungen eingestellt werden, um das in den letzten vier Schuljahren entstandene Personaldefizit zu beseitigen.


2. Dass der fachspezifische Personalbedarf an Förderschulen und im gemeinsamen Unterricht an den Regelschulen durch unabhängige Experten ermittelt und vom Land abgesichert wird.


3. Dass die Einstellungspraxis so geändert wird, dass alle jungen Lehrkräfte im Land gehalten werden.


4. Dass die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern und von weiteren pädagogischen Fachkräften ausgeweitet wird.

 

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

 

immer häufiger erreichen uns in den letzten Monaten Berichte aus den allgemeinbildenden Schulen des Landes über umfangreiche Stundenausfälle, über Fächer, die gar nicht unterrichtet werden können und über die zeitweilige Schließung ganzer Schulen, weil keine Lehrkräfte mehr zur Verfügung stehen. Die verlässliche Öffnungszeit an den Grundschulen und die Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind an vielen Schulen nicht mehr gesichert, weil hunderte pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen.

 

Seit Jahren gib es viel zu wenige Neueinstellungen in den Schuldienst. Gleichzeitig steigt aber Jahr für Jahr die Zahl der Schülerinnen und Schüler. Allein in den letzten vier Schuljahren ist so ein Defizit von 1.000 Lehrerinnen und Lehrern und 400 pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entstanden. Das Schulsystem ist längst an seine Leistungsgrenze geraten. Die ständig steigenden Anforderungen führen dazu, dass immer mehr Lehrerinnen und Lehrer und pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den älter werdenden Kollegien krankheitsbedingt fehlen und am Ende vorzeitig aus dem Schuldienst ausscheiden – ein Teufelskreis.

 

Durch den Personalmangel ist die Bildung unserer Kinder und Jugendlichen und damit ihre und unser aller Zukunft in einer Wissens- und Leistungsgesellschaft grundlegend bedroht. Statt endlich mehr Lehrerinnen und Lehrer einzustellen, will das Bildungsministerium das Unterrichtsangebot immer weiter einschränken – nicht nur im kommenden Schuljahr, sondern auch darüber hinaus. In der Folge muss an den Grundschulen in immer größeren Klassen unterrichtet werden. Es drohen weitere Kürzungen bei der Förderung von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und bei der Sprachförderung von Migranten. In den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen soll der naturwissenschaftliche Unterricht zur Diskussion gestellt werden.

 

Dieser Entwicklung können wir nicht länger tatenlos gegenüberstehen. Wir wollen die Landesregierung unüberhörbar auffordern, unverzüglich eine radikale Umkehr in ihrer bisherigen Personalpolitik einzuleiten.

Wir brauchen ein starkes Signal für den Erhalt einer hochwertigen Schulbildung. Unterzeichnen Sie deshalb unsere Volksinitiative und werben Sie unter Ihren Freunden und Verwandten. 30.000 Unterschriften sind nötig, damit wir gehört werden und sich der Landtag mit unseren Forderungen beschäftigen muss.

 

 

Zahlen

Die untere rote Linie gibt den realen Lehrkräftebestand (in Vollzeitlehrkräften – VZÄ) an, der tatsächlich in der Schule für den Unterricht, die Vertretungsreserve und für die in der Schule eingesetzten Anrechnungsstunden zur Verfügung steht. Bis 2016/17 sind das die tatsächlichen Werte aus der jährlichen Unterrichtsstatistik, für 2017/18 ist es eine Prognose über die voraus- sichtliche Entwicklung des Lehrkräftebestandes im Rahmen der Vorgaben aus dem Landeshaushalt.

Die dagegengesetzte blaue Linie ist der errechnete Lehrkräftebedarf, der erforderlich ist, wenn entsprechend der gestiegenen Schülerzahl das Unterrichtsangebot wieder unter den gleichen Bedingungen organisiert werden soll, wie in den Schuljahren 2009/10 – 2012/13, als es noch nicht die vom Bildungsministerium angeordneten sogenannten „bedarfsmindernden Maßnahmen“ gab. Angestrebt wird eine Unterrichtsversorgung von etwa 104% und ein zusätzlicher Personalaufwuchs für die steigenden Anforderungen an die Inklusion und den Sprachunterricht. Gegenüber dem Ausgangsschuljahr 2009/10 – dem Schuljahr mit der bisher geringsten Schülerzahl – sind das ca. 180 Vollzeitlehrkräfte zusätzlich.

 


Kontakt:

Thekla Mayerhofer

Mail: may_the@web.de

 Tel.: 0174/6755027

 

Eva Gerth

Mail: eva.gerth@gew-lsa.de

Tel.: 0391/7355430

      Gründungsmitglieder der Volksinitiative